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         Karl Grüner:

Virtueller Fotokurs
für Journalisten
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Bewußte Unschärfen

Nur Weitwinkelobjektive gestatten es, Vorder- und Hintergrund eines Bildes gleichermaßen scharf abzubilden. Die mangelnde Tiefenschärfe der anderen Objektive kann man jedoch gezielt zur Bildgestaltung einsetzen. So wirkt beispielsweise ein Portrait oder die Aufnahme einer Statue viel plastischer, wenn unmittelbar dahinter der unscharfe Bildbereich einsetzt. Wird der Vordergrund unscharf eingestellt und ein Objekt dahinter scharf abgebildet, entsteht ein reizvoller Schlüsselloch- Effekt, durch den das Auge gezielt auf das scharfe Objekt gelenkt wird. Bei der Bewegungsunschärfe gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wird bei feststehender Kamera und langer Belichtungszeit ein Motiv, das sich bewegt, verwischt (Beispiel: vorbeifahrender Zug), oder der Fotograf zieht die Kamera mit dem sich bewegenden Motiv (Reiter, Rennfahrer usw.) mit und bildet dieses scharf ab, während der Hintergrund verwischt wird. In beiden Fällen können sehr eindrucksvolle Bilder entstehen.


Die Unschärfe des Zuges zeigt, daß er nicht steht, sondern in Bewegung ist.

Portraits oder Statuen wirken viel plastischer, wenn der Hintergrund völlig unscharf ist. Teleobjektiv und große Blende verwenden!

© Karl Grüner