Eine
wichtige Funktion der Linie ist, daß sie Flächen entstehen läßt. Das können optische
Flächen sein, die durch bestimmte Linienführungen scheinbar entstehen und zum andern
echte Flächen mit einer eigenen Struktur, die entweder von Linien begrenzt werden
(Beispiel: Wiese mit Zaun oder Feldweg; See mit Ufer usw.) oder bildfüllende Flächen
ohne Gliederung durch Linien. Die geometrischen Urformen der Fläche sind Dreieck,
Rechteck und Kreis. Darüberhinaus gibt es freie Formen, die vor allem in der Natur
vorkommen. |
Die Dreiecksfläche
Für das flächige Dreieck gelten im wesentlichen die gleichen
Prinzipien wie für die Dreieckslinie. Allerdings wird das Flächendreieck häufig so im
Bild stehen, daß die Basis des Dreiecks parallel zum unteren Bildrand verläuft. Meist
handelt es sich nämlich um Giebel von Häusern. Dadurch entsteht eine Aufwärtsbewegung.
Bei mehreren Dreiecken nebeneinander ergeben sich Gegendreiecke. Es gilt nun, die
Hauptdreiecke so dominant zu platzieren, daß sie nicht durch die Gegendreiecke erdrückt
werden. |

Die häufigste Form der Dreiecksfläche sind die
Giebel von Häusern. |
Die quadratische und rechteckige Fläche
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Das Quadrat ist als Bildformat
nicht sehr geeignet. Durch das Gleichmaß des Rahmens ist es schwer, Spannung in das Bild
zu bringen. Aber innerhalb eines rechteckigen Bildes kann man quadratische Flächen sehr
wohl verwenden. Sie ergeben oft einen beruhigenden Kontrapunkt. Um das Bild aber nicht zu
ruhig werden zu lassen, empfiehlt es sich, das Quadrat mit anderen Formen zu kombinieren.
Beim Aneinanderreihen von Quadraten (z.B. Fensterfront) sollte man auf Abwechslung in der
Struktur oder auf besondere, aus der Reihe fallende Elemente achten. |

Aneinanderreihung von Quadraten:
langweilig, wenn kein zusätzlicher Akzent gesetzt wird. |
Das Rechteck ist die am häufigsten verwendete geometrische Form.
Im Foto wiederholt es das Bildformat und sorgt fast immer für Harmonie im Bild. Damit es
jedoch nicht zu harmonisch = langweilig wird, sollte man dem Rechteck eine andere
geometrische oder eine freie Form als Kontrast hinzufügen.
Das Fenster als Rechteck
innerhalb des rechteckigen
Bildformats
ist spannungslos, wenn
kein anderes Bildelement hinzukommt. |

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Die Kreisfläche
| Der
Kreis ist das Zeichen für Vollkommenheit und Geschlossenheit. Ist er groß im Bild,
erzeugt er Spannung, da er in starkem Kontrast steht zu den geraden Linien der
Bildbgrenzung. Häufig wird auch der Halb- oder Viertelkreis verwendet (Torbogen, Fenster,
Gewölbe). Er ist meist mit einem Rechteck verbunden und erzeugt Bilder von großer
Harmonie und Ausgewogenheit.

Halb- oder Viertelkreis
bei Gewölben oder
Torbögen
wirkt immer harmonisch. |

Die Kreisfläche innerhalb eines rechteckigen
Bildformats erzeugt Spannung.
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Freie Formen
| Die
geometrischen Formen sind in der Regel Kulturformen und kommen in der Natur nur selten
vor. Naturelemente - dazu gehören Menschen, Tiere, Pflanzen, Landschaften, Berge, Wolken,
Seen usw. - haben freie Umrisse, die nicht selten von großem ästhetischem Reiz sind. Der
Fotograf muß sie aber so ins Bild bringen, dass deutliche Akzente entstehen, die dem Auge
einen Fixpunkt bieten. |  |
Die
freien Formen in der Natur sind oft von besonderem ästhetischem Reiz. |
Flächenstruktur
| Große Flächen, die nicht mit kleineren Formen kombiniert sind, durch die sie einen
Akzent erhalten, brauchen eine eigene Struktur oder (beim Colorfoto) Farbe. Beispiele:
Getreidefeld mit Ähren; gekräuselte Wasserfläche, Ziegel- oder Strohdach usw. |

Größere Flächen, beispielsweise Dächer,
brauchen in sich eine eigene Struktur. |
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