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Karl Grüner: | Virtueller Fotokurs für Journalisten Einführung |
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Untersuchungen des Leseverhaltens von Zeitungslesern in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts haben eindeutig gezeigt, dass der erste Blick beim Aufschlagen einer Zeitung auf ein großes Foto in der oberen Hälfte der Seite fällt. Erst danach werden Überschriften und andere Elemente der Seite wahrgenommen. Wir leben in einem visuellen Zeitalter. Unsere Sehgewohnheiten sind vor allem vom Fernsehen geprägt. Und wir haben gelernt, in Bildern zu denken.
Die Fotografie gibt es seit rund 160 Jahren und seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts ist es möglich, in der Zeitung Fotos zu drucken. Aber auch davor wurden Bilder zur Illustration von Texten in den Zeitungen veröffentlicht. Es waren Holzschnitte, Kupferstiche oder Lithographien. Diese haben natürlich die Phantasie des Zeichners wiedergegeben. Das Foto dagegen erhebt den Anspruch, die Wirklichkeit so darzustellen, wie sie ist. Dies trifft jedoch nicht zu. Jedes Foto ist nur ein vom Fotografen subjektiv ausgewählter Ausschnitt der Wirklichkeit in dreierlei Hinsicht:
Es gibt aber auch Bilder, die "mehr als tausend Worte sagen" (Peter Panther = Kurt Tucholsky), die unter die Haut gehen (emotionale Wirkung des Bildes!) 
oder die historische Augenblicke festhalten und dokumentieren
Bilder, von denen jeder Pressefotograf träumt. Der Alltag des Pressefotografen ist jedoch bescheidener: Termine, Bildreportagen, Portraits, Schmuckbilder.
In diesem Fotokurs geht es um den Alltag, um die Situationen, die jedem Redakteur vertraut sind und es geht darum, Kriterien für die optimale Gestaltung von Bildern zu vermitteln, Kriterien, die auch dem Redakteur, der täglich aus einem vielfältigen Bildangebot auswählen muss, eine Hilfe sein können.
Zunächst aber beschäftigen wir uns mit dem Handwerkszeug des Pressefotografen.
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